Was die drei Kopien tatsächlich bedeuten.
Die produktiven Daten zählen als erste Kopie. Hinzu kommen mindestens zwei Sicherungskopien. Entscheidend ist, dass nicht alle drei vom gleichen Fehler, Konto oder Administratorzugang betroffen sein können.
Eine zweite Datei auf demselben Server ist deshalb keine belastbare zusätzliche Kopie. Auch zwei Sicherungen auf derselben Storage-Einheit schützen nicht gegen deren Ausfall.
Warum Trennung wichtiger ist als die Anzahl.
Ransomware und kompromittierte Administratorkonten können Sicherungen gezielt löschen. Deshalb sollte mindestens eine Kopie technisch so getrennt sein, dass ein Angriff auf die Produktivumgebung sie nicht ohne Weiteres erreicht.
Die Trennung kann über ein anderes System, getrennte Zugangsdaten, unveränderbare Speichermechanismen oder eine externe Sicherungsplattform erreicht werden. Welche Variante passt, hängt von Infrastruktur, Datenmenge und Wiederanlaufziel ab.
Offsite allein löst das Problem nicht.
Eine externe Kopie schützt gegen Brand, Diebstahl oder Totalausfall am Standort. Sie muss aber ebenfalls überwacht und getestet werden. Ein Offsite-Backup, dessen Zugangsdaten vergessen wurden oder dessen Datenübertragung seit Monaten fehlschlägt, erfüllt seinen Zweck nicht.
Ebenso wichtig ist die Bandbreite. Bei großen Datenmengen kann die Rückübertragung aus einem entfernten Speicher länger dauern als der Betrieb toleriert.
Eine einfache Kontrollfrage für KMU.
Für jedes wichtige System sollte beantwortbar sein: Wo liegen die drei Kopien, welche davon ist getrennt und wie wurde die Rücksicherung zuletzt getestet? Wenn eine dieser Antworten unklar bleibt, ist die Strategie noch nicht abgeschlossen.
Ein Managed Backup verbindet deshalb Sicherung, Überwachung, Trennung und Restore-Test zu einem gemeinsamen Betriebsprozess.
Welche Kopie zuerst wiederhergestellt werden soll.
Mehrere Sicherungskopien helfen nur, wenn klar ist, welche im Ernstfall zuerst verwendet wird. Eine lokale Kopie kann schnell sein, während eine externe Kopie besser gegen Standortausfälle geschützt ist. Der Wiederherstellungsplan sollte diese Unterschiede berücksichtigen.
Für kritische Systeme kann es sinnvoll sein, schnelle lokale Wiederherstellung und getrennte externe Absicherung bewusst zu kombinieren.
Verschlüsselung und Schlüsselmanagement mitdenken.
Externe Sicherungen sollten gegen unbefugten Zugriff geschützt sein. Gleichzeitig muss der Entschlüsselungsschlüssel im Notfall verfügbar bleiben. Ein Schlüssel, der ausschließlich auf dem ausgefallenen Server gespeichert ist, kann die Sicherung praktisch unbrauchbar machen.
Zugangsdaten, Wiederherstellungscodes und Schlüssel benötigen deshalb einen eigenen Notfallweg, der ebenfalls dokumentiert und getestet wird.
Aufbewahrung gegen schleichende Fehler planen.
Nicht jeder Datenverlust wird sofort bemerkt. Dateien können versehentlich verändert oder gelöscht werden und erst Wochen später auffallen. Eine reine Tageskopie des letzten Standes reicht dann nicht aus.
Die Aufbewahrung sollte daher mehrere Zeitstände umfassen. Wie lange diese benötigt werden, hängt von Datenart, Änderungsrate und betrieblichen Anforderungen ab.
3-2-1 regelmäßig neu bewerten.
Neue Cloud-Dienste, zusätzliche Standorte oder stark wachsende Datenmengen verändern die Backup-Anforderungen. Eine Strategie, die vor drei Jahren passend war, kann heute zu langsam oder zu eng dimensioniert sein.
Mindestens bei größeren Infrastrukturänderungen sollte deshalb geprüft werden, ob Kopien, Trennung, Aufbewahrung und Wiederherstellungsweg noch zusammenpassen.