Ein grünes Häkchen reicht nicht.
Die meisten Sicherungsprogramme melden jeden Tag „erfolgreich“. Das heißt aber nur, dass eine Kopie erstellt wurde. Ob diese Kopie vollständig ist, ob sie sich öffnen lässt und wie lange es dauert, bis alles wieder läuft, verrät das Häkchen nicht.
Typische Überraschungen im Ernstfall: Ein wichtiger Ordner war nie in der Sicherung. Das Passwort für die Sicherung kennt niemand mehr. Oder das Zurückspielen dauert drei Tage statt drei Stunden.
Was ein Test mindestens zeigen sollte.
- Lassen sich einzelne Dateien zurückholen, zum Beispiel ein versehentlich gelöschtes Dokument?
- Lässt sich ein ganzer Rechner oder Server wiederherstellen?
- Wie lange dauert das, und ist das für Ihren Betrieb in Ordnung?
- Sind die Daten auf dem richtigen Stand, oder fehlen die letzten Tage?
- Weiß mehr als eine Person, wie es geht?
Zwei Fragen, die Sie vorher beantworten sollten.
Wie lange darf Ihr Betrieb stillstehen? Ein paar Stunden, einen Tag oder eine Woche? Und wie viele Daten dürfen verloren gehen? Die Arbeit der letzten Stunde oder die der letzten Woche?
Fachleute nennen das RTO (die längste vertretbare Ausfallzeit) und RPO (den größten vertretbaren Datenverlust). Die Begriffe müssen Sie sich nicht merken. Wichtig ist nur, dass Sie die Antworten kennen, denn danach richtet sich, wie die Sicherung eingerichtet sein muss.
Wie oft sollte man testen?
Einzelne Dateien lassen sich gut regelmäßig testen, zum Beispiel einmal im Monat. Das Wiederherstellen eines ganzen Servers ist aufwendiger und sollte mindestens einmal im Jahr geübt werden. Nach größeren Änderungen, etwa einem neuen Server oder einem neuen Programm, lohnt sich ein zusätzlicher Test.
Das wird oft vergessen.
E-Mails und Dateien in Microsoft 365, die Datenbanken von Fachprogrammen, die Einstellungen der Firewall und Lizenzschlüssel. Auch die Zugangsdaten zur Sicherung selbst müssen im Notfall griffbereit sein, und zwar nicht nur auf dem Server, der gerade ausgefallen ist.
Nicht auf dem laufenden System testen.
Ein Test sollte Ihren normalen Betrieb nicht stören. Deshalb spielt man die Daten am besten an einen anderen Ort zurück, zum Beispiel auf einen Testrechner. So wird nichts Aktuelles aus Versehen überschrieben.
Aus Fehlern lernen.
Wenn beim Test etwas nicht klappt, ist das keine Katastrophe, sondern genau der Sinn der Übung. Wichtig ist, dass der Fehler behoben und beim nächsten Test erneut geprüft wird. Schreiben Sie deshalb kurz auf, was getestet wurde, wie lange es gedauert hat und was verbessert werden muss.
Kurze Checkliste für Ihren nächsten Test.
- Datum und getestete Daten notieren
- Eine einzelne Datei oder einen ganzen Rechner zurückholen
- Die Zeit stoppen
- Prüfen, ob die Daten vollständig und aktuell sind
- Probleme aufschreiben und beheben lassen
- Den nächsten Test einplanen
Sie möchten das nicht selbst machen? Bei unserer betreuten Datensicherung gehören Tests im vereinbarten Umfang dazu.